"Der Lange Soloabend" Leonberger Kreiszeitung vom 3.3.2003

"Problem BSE ist doch längst gegessen"

Kabarettist und Wahlsachse Eckard Lange am Samstag zu Gast im Höfinger Schloss

von Susanne Müller-Baji HÖFINGEN 

Die Lage ist ernst, und die Kassen sind leer. Da kommen kreative Problemlösungen gerade recht: Eckard Lange etwa schlägt in diesem Fall vor, die eigene Niere bei einer Organbank zu deponieren. Am Samstagabend sprudelte der Kabarettist aus Chemnitz im Schloss Höfingen geradezu über vor Ideen, die zumindest die Zustimmung der Gesundheitsministerin finden dürften. Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Das mag sich vermutlich auch "Wahlsachse" Eckard Lange gedacht haben und zog vor gerade mal einer Hand voll zahlender Besucher die große Show ab. Einmal von der Banane abgebissen - Luxusgut für DDR-Bürger oder Symbol für den Zustand der Republik? - und mit viel Wortwitz gegen die Missstände gewettert: "BSE? Mein Gott, ist doch gegessen!" Angetan hatten es dem Chemnitzer Kabarettisten auch die leicht abgekühlten außenpolitischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Man sei nun schon auf der Liste der Schurkenstaaten gelandet, und dafür spräche ja auch einiges: "Schulden ohne Ende, ein an die Macht geputschter, dauergrinsender Diktator und eine Hauptstadt, die mit B anfängt." Lange wagt es nach so einer Erkenntnis gar, darüber zu sinnieren, was passieren würde, fände man nun noch Öl vor dem Bundeskanzleramt. 


... unterstützt durch Frank Seifert am E-Piano, wortwitzelte sich Eckard Lange schnell warm. Er ließ den Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki zu Wort kommen, was eigentlich immer für einen Lacher gut ist. Doch dass der das typische Parteiprogramm erklärt, war neu. Überhaupt bekamen alle Parteien ihr Fett weg: Die FDP musste sich an ihrem Wahlergebnis messen lassen: "18 Prozent minus Möllemann." Der Kanzler dagegen habe meist Joschka Fischer im Schlepptau und verzichte daher in Zukunft auf den roten Teppich: "Ich hab ja meinen grünen Läufer mit dabei." Die Grünen wiederum hätten an sich nichts gegen die Flächenbombardements im Kosovo, solange nur die Krötenwanderwege ausgespart blieben. Und über den einstigen Kanzlerkandidaten der CDU wusste Eckard Lange zu berichten, dass der eines Tages den Schriftzug "Stoiber ist doof" in den Schnee gepinkelt vorfand. "Der Test ergab, es war der Urin von Friedrich Merz, aber die Handschrift war die von Angela Merkel".

Das erklärte Lieblingsthema des Wortjongleurs Lange, der sonst mit dem "1. Chemnitzer Kabarett" auf der Bühne steht, war an diesem Abend aber die Gesundheitsreform. Mehr Kindergeld und ein dünner Leistungskatalog der Krankenkassen? Die Lösung á la Lange liegt auf der Hand: "Eines Tages ist es billiger, ein neues Kind zu machen, als mit dem alten zum Doktor zu gehen." Und ein Depot bei der schon erwähnten Organbank lohne sich immer, so Eckard Lange - besonders das Anlagepaket für die ganze Familie: "Der eine steuert ein Hüftgelenk bei, der andere einen Gehirnlappen oder was Sie gerade einbringen können - und schon können Sie die Pflegeversicherung problemlos bezahlen."

 


 

 

"Promis zwischen Job und Feierabend" - BLICK vom 29.10.2003

"Ecki läuft sich gern mal frei"



von Carina Kunz und Peggy Fritzsche
(mit freundlicher Genehmigung des BLICK)

 

 

 

 


 

 

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