| Kommen
Sie gut durch das Sommerloch!
Aber
vielleicht fallen Sie gar nicht rein - in das Sommerloch? Weil
Sie sich den Sommer mit Arbeit vertreiben dürfen? Sie gehören
zu den Glücklichen, die welche haben? Ganze Berufsgruppen
werden allerdings jedes Jahr wieder gezwungen, kollektiv Urlaub
zu machen. Ich meine jetzt nicht die Arbeitslosen! Nein! Für
Lehrer, Kabarettisten, Politiker und alle anderen Komiker fällt
mit Ferienbeginn der Ham-mer. Die Schule, das Theater oder das
Parlament werden einfach ab-geschlossen. Wer nicht rechtzeitig
raus gekommen ist, kann sich 4 Wochen lang von Schnürsenkeln
und Wischwasser ernähren, um überhaupt zu überleben.
Hats alles schon gegeben!
Daß Politiker im Sommer eine Zwangspause machen müssen,
finde ich sehr sinnvoll. Das Volk muß sich auch mal von
seinen Peinigern er-holen. Allerdings kommen dann immer die Medien,
unsere geistigen Müllaufberei- tungsanlagen, in eine Sinnkrise.
Denen fallen zu Ferienbeginn schlagartig die Zulieferer weg. Für
die Paparazzi ist dann Stress angesagt. Die berüchtigten
Enthüllungsorgane wie BILD und Spiegel greifen dann einmal
jährlich nur noch auf nackte Tatsa-chen zurück. Dann
gibt es abwechselnd den Kanzler/die Kanzlersgattin oben ohne -
Krawatte oder unsere Ängie Merkel in einer verfänglichen
Situation - der Wirtschaft hinten drin.
Nicht nur nur die Medien fallen in ein tiefes Loch, auch so manche
Familie starrt zu Beginn des Urlaubs entgeistert in das Sommer
- Haushaltloch. Aber Urlaub muß sein! Urlaub ist in Deutschland
ein Statussymbol. Wer sich nicht als soziale Randgruppe outen
will, muß Urlaub machen. Möglichst in Spanien oder
Italien! Aber das können sich immer weniger leisten. Meine
Nachbarn fahren seit Jahren nach Italien. Jedesmal sitzen die
dann anschließend braun wie die Südsee-insulaner auf
ihrem Balkon und lassen sich bewundern. Im letzte Jahr wirkten
sie allerdings irgendwie getresst und hatten so ein nervöses
Flackern in den Augen.
Bis ich dann Nachbars Jungen (11) in der Videothek gesehen habe,
als der gerade 25 Italienvideos abgegeben hat. Ich frage: Na,
wie wars denn so in Italien, Kevin? Da brichts
aus ihm heraus: Mir worn gor ni in Iddahlschn. Mir
worn de ganze Zeit daheeme in dr Bude! Unds gab nur
Viddschohs un Spaghetti. Unn de Mamma is jetzt schwanger. Schöner
Mist, sagt mei Babba. Also dann: Nen schönen
Sommer!
Sparen,
Sparen nochmals Sparen
Ich
bin von Natur aus sparsam. Ich drehe jeden Euro zweimal um - bevor
ich ihn wieder in die Hosentasche stecke. Erst wenn ich ihn das
zweite Mal in der Hand halte und ich ihn wieder zweimal um gedreht
habe, gebe ich ihn aus. Vielleicht! Dadurch gelingt es mir seit
Jahren, die Kriterien des familiären Stabilitätspaktes einzuhalten.
Und unsere Neuverschuldung (Dispo!) hält sich in Grenzen. Da ist
unser Hans im (Un)Glück nicht so gut dran. Der hat keinen Euro
mehr, den er ausgeben kann. Die Vorgängerregierung hat ihm Schulden
über Schulden hinterlassen. Namentlich ein gewisser Eichel! Da
werden wir die nächsten Jahre dran zu knaupeln haben. Wenn die
Haushaltkasse leer ist, klemmt’s auch mit dem Taschengeld für
die Kinder. Sprich die Kommunen! Denen bleibt gar nichts anderes
übrig als auch zu sparen. D. h. Geld kann nur noch für das Wesentliche
ausgegeben werden. Z. B. für eine Schnellstrasse durch ein Wohngebiet
oder ein Autobahnzubringer für das Rathaus. Aber um Geld zu sparen,
ist uns nichts zu teuer. Hat sich Chemnitz ein Gutachten für über
100 Tausend Euro anfertigen lassen. Aber es hat sich gelohnt!
Eine gute Idee der Gutachter finde ich z.B., die Mitarbeiter der
Stadtverwaltung zu bitten, ihren Kinder-Erziehungsurlaub voll
auszukosten. Das senkt die Personalkosten! Die sind nun mal der
grösste Batzen im Etat! Ich könnte mir vorstellen, dass alle Mitarbeiter
der Stadtverwaltung verpflichtet werden könnten, alle fünf Jahre
drei Jahre unbezahlten Erziehungsurlaub zu nehmen. Und zwar unabhängig
von Dienstjahren, -stellung und Alter! War doch nur ‚nen Vorschlag.
Das alles hat euch der Eichel eingebrockt, weil der seine Finanzen
nicht im Griff hat. Den müsste man absetzen können – wenigstens
von der Steuer! Als aussergewöhnliche Belastung!
Bombenstimmung
Es
gibt schon Bombenkerle. Wenn die in Stimmung sind, geht man am
besten in Deckung. Wenn die durch einen blöden Zufall auch noch
eine Bombe in die Hand kriegen, fangen die dann an, mit dieser
wild um sich zu schmeißen. Man denkt, dann sollte man die denen
einfach wegnehmen. Aber nimm mal einem Kind das Spielzeug weg!
Die haben doch immer neue Ausreden, warum die gerade jetzt ihr
Spielzeug nicht hergeben können. Da kommt Stimmung auf. Bombenstimmung!
Und wer ist dann schuld an der ganzen Bomberei? Das Böse! Der
Satan persönlich ist auf die Welt gekommen, um da Gute zu besiegen.
Aber das lassen die Guten nicht zu. Und wenn so ein guter Bombenkerl
auf die Idee kommt, daß er die Welt retten muß, hat er auch gleich
eine Bombenidee. Was anderes fällt denen auch nicht ein. Was einfällt,
sind dann die Behausungen - auch der Beschützten. Sorry! Das sind
Begleitschäden. Die sind nicht zu vermeiden, vor allem bei schlechtem
Wetter. Da kann man Freund und Feind so schlecht auseinanderhalten,
weil sich der Feind listig tarnt, um den Bombenkerlen ihren Bombenjob
zu vermiesen. Aber die lassen sich ihre Bombenlaune nicht verderben.
Und wie sind die weiteren Aussichten? Bombig
Die
lügen doch alle
Die
lügen doch alle ohne rot zu werden. Das ist so ein Satz, der einem
so richtig runter geht. Wie ranziges Nasenöl! Wir doch nicht,
heißt das! Dabei lügen wir alle wie die Weltmeister im Dauer-
schwindeln! Das fängt doch schon früh an, wenn wir mufflig und
unausgeschlafen “Guten Morgen” sagen. Geht weiter, wenn wir einen
Bekannten treffen und den fragen: Wie geht’s denn so? Interessiert uns eigentlich gar nicht. Und der
antwortet im allgemeinen: Supperundselbst?
Hat natürlich gelogen. Man sieht’s ihm an, daß es ihm auch nicht
gut geht. Und wir antworten selbstverständlich: Auchsupper!
Lügen gehört zu unserer Kultur wie Bratwurst und Schunkeln! Denn
die Wahrheit will keiner hören. Die ist häßlich und unbequem.
Und da verlangen wir von unseren Politikern, daß sie die Wahrheit
und nichts als die Wahrheit sagen sollen? Und auch noch im Wahlkampf!
Meine Herrschaften, wer im Wahlkampf nicht lügt, ist unglaubhaft!
Das wissen alle! Auch wir! Oder hätten Sie den Großen Alzheimer
1990 gewählt, wenn er Ihnen statt blühender Landschaften eine
Industriebrache voller Disteln und Brennesseln versprochen hätte?
Na also!
Wen Sie nun wählen sollen? Ganz einfach: Den, der am schönsten
lügt, so daß man das glatt für die Wahrheit halten könnte! Und
machen Sie sich da bloß keine Gedanken. Selbstbetrug ist noch
die harmloseste Form von Betrug! Und nicht strafbar!
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